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Der Mann  der wirklich liebte: Hera Lind Der Mann  der wirklich liebte: Hera Lind

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Hera Lind Der Mann, der wirklich liebte

1 Taschenbuch Bestellnummer: 116093204 368 Seiten, Taschenbuch

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Über Der Mann, der wirklich liebte:

In ihrem neuen Roman erzählt Bestsellerautorin Hera Lind eine wahre Geschichte, die ans Herz und nie wieder aus dem Kopf geht ... Acht Jahre nach ihrer Traumhochzeit ist Angela zum dritten Mal schwanger und mit ihrem Mann Michael immer noch so glücklich wie am ersten Tag. Bis das Unfassbare passiert. Angela erleidet einen schweren Gehirnschlag und fällt ins Wachkoma. Sie ist gefangen in ihrem eigenen Körper. Laut Aussage der Ärzte leidet sie an dem »Locked-in-Syndrom« und wird sterben. Doch Michael will das nicht akzeptieren. Dank seiner aufrichtigen Liebe und seines Einsatzes bringt Angela einen gesunden Sohn zur Welt. Und sie überlebt ...

    • EAN:
    • 9783453354456

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Trailer:

Leseprobe:

Nebenan klingelte das Telefon, und kurz darauf öffnete sich die Bürotür einen Spalt weit.
"Herr Röhrdanz, Ihre Frau auf Leitung drei!" Ein kalter Windzug streifte seinen Nacken. "Stellen Sie durch", sagte Michael Röhrdanz zu der wasserstoffblonden Vorzimmerdame und scheuchte sie mit einer Handbewegung hinaus. Er saß gerade angespannt über eine komplizierte Kalkulation gebeugt, aber um mit seiner Angela sprechen zu können, würde Röhrdanz den Bau eines Weltimperiums unterbrechen. Er vermisste sie immer noch in der Firma. Vor seinem inneren Auge sah er wieder vor sich, wie sie damals als Auszubildende erstmals schüchtern an seine Türe geklopft hatte. Mit ihr war nie ein eiskalter Luftzug ins Zimmer gekommen - im Gegenteil: Es war ihm immer warm ums Herz geworden, wenn Angela erschienen war.
Jetzt war sie seit acht Jahren seine Frau und die Mutter seiner zwei, ja bald drei Kinder! Er grinste unwillkürlich, als er daran dachte, wie er sie angestarrt hatte, während sie versuchte, mit den schweren Bowlingkugeln zu hantieren. Und wie er sich nachher zu ihr und ihrem Freund in das winzige Auto gequetscht hatte, um noch in eine andere Kneipe zu fahren. Wie er sie dem Grünschnabel ausgespannt hatte. Wie er bei ihren Eltern, die nur wenige Jahre älter waren als er selbst, um ihre Hand angehalten hatte. Jetzt war sie längst keine schüchterne Person mehr!
Ein erwartungsvolles Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er zum Hörer griff. "Hallo, Liebes! Wie geht es meiner schönen schwangeren Frau?!"
"Nicht so toll", kam es ziemlich bedrückt aus der Leitung. "Ich hab irgendwas am Arm."
"Am Arm? Ich dachte, schwanger ist man im Bauch?" Röhrdanz verzog den Mund zu einem spitzbübischen Lächeln, klemmte die Sprechmuschel zwischen Kinn und Schulter und spitzte in Erwartung eines netten Plausches seinen Bleistift. Kleine rotrandige Schnitzfetzen bildeten eine Schlange auf seiner Schreibtischplatte.
"Ich kann ihn nicht mehr bewegen!"
Michael Röhrdanz nahm einen Schluck von seinem abgestandenen Kaffee und verzog ratlos das Gesicht.
"Michael, ich habe wirklich Angst!" Moment mal. Sie weinte doch nicht? Röhrdanz änderte sofort den Tonfall. Seine Stimme wurde ganz sanft.
"Brauchst du nicht, Liebes. Welcher Arm ist es?" Röhrdanz pustete die Bleistiftfetzen vom Schreibtischrand.
"Der linke! Ich kann ihn nicht hochheben! Er hängt an mir herunter, als gehörte er nicht zu mir!" Angela schluchzte. Sie hörte sich hilflos an. Wie ein verletzter kleiner Vogel, dachte Röhrdanz. Einer, der bis eben noch gesungen und gezwitschert hat und jetzt nicht mehr fliegen kann.
Röhrdanz sah nervös auf die Uhr. Nein, unmöglich. Um diese Zeit konnte er nicht weg. "Hör zu, Liebes. Dann bringst du jetzt die Kinder zu deiner Mutter und gehst sofort zum Arzt!"
"Zu was für einem Arzt soll ich denn gehen?", wimmerte Angela.
Immerhin hatte es nichts mit dem Baby zu tun, dachte Röhrdanz erleichtert. "Zum Orthopäden, würde ich sagen." Nachdenklich drehte er sich in seinem Schreibtischstuhl einmal im Kreis, bis er den Hörer an das andere Ohr halten musste. "Da ist doch einer direkt an der Ecke zur Hauptstraße", fiel ihm ein. "Über der Drogerie im ersten Stock." Er tupfte mit der Fingerkuppe die letzten Bleistiftkrümel von seiner Kalkulation und pustete sie sauber. "Der Name steht auf dem Schild an der Hauswand. Heimer heißt der oder so ähnlich. Heimhuber, Heimann. Irgendwas mit Heim." "Das fühlt sich total komisch an", unterbrach Angela ihn aufgeregt. Im Hintergrund hörte Röhrdanz seinen einjährigen Sohn brabbeln, und Denise rief irgendwas dazwischen. "Ich kann Philip nicht mehr halten, mein Arm ist wie ein fremdes Anhängsel."
"Es ist bestimmt nichts Ernstes", versuchte Röhrdanz die Sache abzutun. "Geh jetzt zum Arzt, und danach rufst du mich an."
Er führte erneut die Tasse zum Mund, als ihm einfiel, wie ekelhaft die abgestandene Brühe inzwischen schmeckte, und ließ sie zerstreut wieder sinken.
"Schau, Liebes, dauernd schleppst du die Kinder in den dritten Stock und wieder runter und klappst den Kinderwagen immer mit dem linken Arm zusammen. Der ist dir bestimmt nur eingeschlafen, der Arm!" Röhrdanz putzte sich die Brille. "Ich muss mich mehr um dich kümmern. Du darfst eigentlich sowieso keine schweren Sachen mehr schleppen. Liebes, du hast dich einfach übernommen! Sag deiner Mutter, dass sie dir von nun an mehr helfen muss. Fast fünf Kinder in fünf Jahren, da muss sie doch auch mal mit zupacken!"
"Gut", kam es dünn aus dem Hörer. "Ich geh dann mal ..." Sie ist erst neunundzwanzig, dachte Röhrdanz kopfschüttelnd, und ich habe ihr nicht nur Christian und Oliver aus meiner ersten Ehe aufgebrummt, die sie ohne mit der Wimper zu zucken aufgenommen hat, obwohl sie als Teenager nicht gerade einfach sind. Dann kamen kurz hintereinander unsere gemeinsamen Kinder Denise und Philip zur Welt, und jetzt ist sie schon wieder schwanger. Klar, dass sie irgendwann schlappmacht. Plötzlich hatte er ein richtig schlechtes Gewissen. "Hör zu, Liebes, wenn du willst, kann ich auch mit deiner Mutter reden. Ich weiß doch, wie ungern du sie um Hilfe bittest. Sie soll mal ihre beiden jüngsten Enkel für ein paar Stunden nehmen. Oliver kann sich alleine versorgen, wenn er aus der Schule kommt. Und du kümmerst dich mal nur um dich! Okay? Ich muss jetzt hier weitermachen."
"Ja", schniefte Angela, klang aber getröstet. "Ich liebe dich. Sei tapfer und mach dir keinen Kopf." "Ich dich auch", hörte er Angela noch sagen, bevor er den Hörer auflegte, um seine Schwiegermutter anzurufen.

Vier Stunden später hatte er immer noch nichts von Angela gehört. Zu Hause hatte er es inzwischen drei Dutzend Mal durchklingeln lassen. Das monotone Tuten zerrte an seinen Nerven.
Wo steckte Angela nur? Vielleicht hatte sie sich im Anschluss an den Arztbesuch mit ihren Freundinnen von früher getroffen? War im Cafe oder im Kino?
Beunruhigt wählte er die Nummer seiner Schwiegermutter, wenn auch widerwillig. Er hatte Helga am Morgen gebeten, ihrer Tochter mit den Kindern zu helfen. Helga hatte eingewilligt, ihm aber zu verstehen gegeben, dass sie sich Sorgen um ihre Tochter machte. "Ja, ja! Aber wenn sie doch die Richtige ist!", hatte Röhrdanz matt geantwortet.

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Hera Lind Biographie:

Hera Lind, geboren 1957, studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor ihr gleich mit dem ersten Roman »Ein Mann für jede Tonart«, ein sensationeller Bestseller gelang. Es folgten u. a. »Das Superweib«, »Die Zauberfrau« und zuletzt »Karlas Umweg« - ihre Bücher erreichten Millionenauflagen. Hera Lind lebt heute mit ihrer Familie bei Salzburg.

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